Archiv für den Monat: Januar 2015

Der 2., korrigierte Druck von Nestle-Aland, 28. Auflage (2013)

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Im Jahr 2012 erschien die 28. Auflage des Novum Testamentum Graece (Nestle-Aland), in dem der textkritische Apparat gegenüber der 27. Auflage völlig verändert wurde. An 34 Stellen der Katholischen Briefe wurde der Text geändert; die Änderungen sind auf der Seite des Instituts für Neutestamentliche Textforschung Münster einsehbar.

Im Jahr 2013 wurde der zweite, korrigierte Druck der 28. Auflage des Nestle-Aland veröffentlicht. An insgesamt 31 Stellen wurde der textkritische Apparat korrigiert, und dabei  nicht unerheblich: Es gibt eine Reihe von Stellen, bei denen auch wichtigere Majuskeln (z.B. L, W) nun plötzliche eine andere Lesart unterstützen, als im ersten Druck.

Nun muss aber niemand, der sich erst im Jahr 2012 eine neue Ausgabe des NA28 gekauft hat, schon wieder eine neue Ausgabe besorgen. Das Institut für Neutestamentliche Textforschung Münster stellt eine Liste der Änderungen zur Verfügung, so dass man so auf dem neuesten Stand bleibt.

Ich habe dies entdeckt, als ich die Methode der Textkritik in einem Proseminar zufällig gerade einer dieser 31 Stellen erläutert hatte und der Apparat bei den neueren Ausgaben von NA28, die die Studenten hatten, von meinem abwich. So lernt man auch als Lehrender immer dazu!

Mehr Informationen zum neuen „Nestle-Aland“ gibt es auf den Seiten des Instituts für Neutestamentliche Textforschung Münster. Eine Einführung, die über die Hinweise im Nestle-Aland hinausgeht, hat David Trobisch veröffentlicht:

David Trobisch, Die 28. Auflage des Nestle-Aland. Eine Einführung, Stuttgart, Deutsche Bibelgesellschaft, 2. korrigierter Druck 2013. Eine englische Ausgabe ist erschienen bei der Society of Biblical Literature, Atlanta, GA.

Datenbank zum Vergleich Neues Testament/Septuaginta

Das Institut für Septuaginta- und biblische Textforschung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal unter der Leitung von Martin Karrer (Wuppertal) hat eine umfangreiche Datenbank zusammengestellt, die den Vergleich zwischen neutestamentlichen Texten und ihren Prätexten in der Septuaginta dient. Übersichtlich werden die Ergebnisse der Suche dabei ausgegeben unter der LXX EasyView. Hier können auch die Versionen und Handschriften angegeben werden, in denen gesucht werden soll.

In dieser Datenbank sind unterschiedliche Varianten (Lesarten) mehrerer Handschriften (z.B. Alexandrinus, Vatikans usw.) aufgenommen. Daneben sind auch der masoretische Text (BHS), Vulgata und Peschitta eingetragen. Darüber hinaus sind Parallelen zu den neutestamentlichen Schriftzitaten bzw. ihren alttestamentlichen Referenztexten aus frühjüdischen (z. B. Philo) und frühchristlichen (z. B. unter den Apostolischen Vätern Barnabas und 1. und 2. Clemens) aufgenommen.

Diese Datenbank erleichtert den Textvergleich bei der Intertextualitätsanalyse und ist somit ein Hilfsmittel für die Exegese des Neuen Testaments.