Datenbank zum Vergleich Neues Testament/Septuaginta

Das Institut für Septuaginta- und biblische Textforschung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal unter der Leitung von Martin Karrer (Wuppertal) hat eine umfangreiche Datenbank zusammengestellt, die den Vergleich zwischen neutestamentlichen Texten und ihren Prätexten in der Septuaginta dient. Übersichtlich werden die Ergebnisse der Suche dabei ausgegeben unter der LXX EasyView. Hier können auch die Versionen und Handschriften angegeben werden, in denen gesucht werden soll.

In dieser Datenbank sind unterschiedliche Varianten (Lesarten) mehrerer Handschriften (z.B. Alexandrinus, Vatikans usw.) aufgenommen. Daneben sind auch der masoretische Text (BHS), Vulgata und Peschitta eingetragen. Darüber hinaus sind Parallelen zu den neutestamentlichen Schriftzitaten bzw. ihren alttestamentlichen Referenztexten aus frühjüdischen (z. B. Philo) und frühchristlichen (z. B. unter den Apostolischen Vätern Barnabas und 1. und 2. Clemens) aufgenommen.

Diese Datenbank erleichtert den Textvergleich bei der Intertextualitätsanalyse und ist somit ein Hilfsmittel für die Exegese des Neuen Testaments.

Onlineressourcen zur Exegese des Neuen Testaments

In meinem Unterricht an der Ludwig-Maximilians-Universität München gebe ich den Studierenden einige Hinweise an die Hand, welche Online-Hilfsmittel bei der Exegese des Neuen Testaments unterstützen.

Die finden die kommentierte Linkliste (PDF) hier:

Onlineressourcen für die Exegese des Neuen Testaments

List of my Publications and my CV / Liste meiner Publikationen

Sie können eine aktuelle Liste meiner Publikationen hier herunterladen (PDF).

More information (cv and publications) in English here (PDF).

Gottesbilder im Neuen Testament

Ich habe im Rahmen eines Ökumenischen Seminars in Unterschleißheim einen allgemeinverständlichen Vortrag über Gottesbilder im Neuen Testament gehalten. Für tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema verweise ich meine Dissertation Gott alles in allem; hier finden sich auch weiterführende Literaturangaben.

Der Vortrag findet sich hier: Torsten Jantsch, Gottesbilder im Neuen Testament.

Frauen, Schleier und Engel: Perspektiven auf 1 Kor 11,2–16 – Kolloquium am 6. Dezember 2013

421803_web_R_by_Templermeister_pixelio.deDie Abteilung für Neutestamentliche Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München lädt alle Interessierten zu einem Kolloquium mit Diskussion zum Thema Frauen, Schleier und Engel: Perspektiven auf 1 Kor 11,2–16 ein.

Der Text in 1 Kor 11,2–16 gilt als einer der dunkelsten, wenn nicht widersprüchlichsten Texte aus der Feder des Paulus. Robin Scroggs sagte einmal hierzu: “The logic is obscure at best and contradictory at worst.” Dieser Abschnitt wird darum nach einer Einführung in die forschungsgeschichtlichen Problematiken von 1Kor 11,2–16 (Dr. Torsten Jantsch) aus drei Perspektiven beleuchtet. Es referieren:

  • Dr. Torsten Jantsch: Die Frau soll Kontrolle über ihren eigenen Kopf ausüben (1 Kor 11,10). Zum historischen, kulturellen und religiösen Hintergrund von 1 Kor 11,2–16
  • Professor Dr. David du Toit: Sich wegen der Engel beim Beten unanständig benehmen? Argumentationslogische und sozialgeschichtliche Überlegungen zu 1Kor 11,2ff.
  • Professor Dr. Loren Stuckenbruck: Warum sollen sich die Frauen wegen der Engel bedecken? Erwägungen zu 1. Korinther 11,10

Es ist geplant, die Vorträge dieses Kolloquiums in einem Band zu veröffentlichen.

Dieses Kolloquium findet am Freitag, den 6. Dezember 2013, 14.00 (s.t.) bis 17.30 Uhr in Raum C 005 der Ludwig-Maximilians-Universität München (Hauptgebäude/Adalberttrakt) statt.

Um besser planen zu können, bitten wir um Anmeldung bis zum 4. Dezember 2013 per E-Mail unter: nt1-sekretariat@evtheol.uni-muenchen.de.

Die Einladung können Sie hier herunterladen.

(Bild: Bildrechte © Templermeister / PIXELIO)

Theologische Rundschau 78 (2013)

Der diesjährige Band der Theologischen Rundschau (Bd. 78) enthält eine Reihe von wichtigen Literaturberichten zum Gebiet der Neutestamentlichen Wissenschaft. Dazu gehören:

  • Dierk Starnitzke, Neuere Literatur zum Römerbrief. Teil 1: Kommentare und Gesamtuntersuchungen, ThR 78 (2013), 40–72.
  • Helmut Merkel, Zwei Jahrzehnte Jesusforschung nach 1985 (Teil I–III), ThR 78 (2013), 125–154, 265–307, 397–430 (Teil IV erscheint in ThR 78, 2014).
  • Jürgen Wehnert, Sammelbände zum Neuen Testament 2000–2012 (Teil 1 und 2), ThR 78 (2013), 155–186, 334–376 (wird fortgesetzt).
  • Ulrich Mell, Die Neutestamentliche Gleichnisforschung 100 Jahre nach Adolf Jülicher (Teil II), 431–461.
  • Udo Schnelle, Aus der Literatur zum Johannesevangelium 1994–2010. Zweiter Teil: Eschatologie und Abschiedreden, ThR 78 (2013), 462–504.

Andreas Lindemann widmet sich in einer Einzelbesprechung der 28. Auflage des Nestle-Aland (256–259) und David Trobischs Einführung in diese Textausgabe ((David Trobisch, Die 28. Auflage des Nestle-Aland. Eine Einführung, Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2013.)) (545–547).

Weitere Literaturberichte widmen sich den Themen Kirchenmusik (C. Krummacher), Christologie (C. Danz), Diakoniewissenschaft, Liturgik (C. Grethlein), Evangelische Ethik (M. Honecker).

Auch in diesem Jahr habe ich das Gesamtregister erstellt.

http://www.ingentaconnect.com/content/mohr/thr

Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche

The New issue of ZNW (103,2 [2013]) is out now, with interesting articles on archeology (Wolfgang Zwickel), history (Rainer Metzner, Michael Theobald), linguistic issues (Thomas Daiber, Dieter Zeller) and Paul (John M. G. Barcley, Ryan S. Schellenberg). More information and online access
here.

Encyclopedia Iranica

A bit off topic for this blog, I recommend a web site for people who are interested in the history of the Ancient world and of the Ancient Orient. It is the Encyclopedia Iranica—an online

“research tool dedicated to the study of Iranian civilization in the Middle East, the Caucasus, Central Asia, and the Indian subcontinent. The academic reference work will eventually cover all aspects of Iranian history and culture as well as all Iranian languages and literatures, facilitating the whole range of Iranian studies research from archeology to political sciences.”

This work is based at Columbia University in the City of New York and is edited by the Ehsan Yarshater as general editor and a team of consulting editors, “all internationally renowned scholars of Iranian studies”. Articles are reviewed in a peer review process.

So have a look at Encyclopedia Iranica!

Tyndale Unicode Font Kit – kostenlos

Das Tyndale House – ein Zentrum für Biblische Studien in Cambridge, U.K. – hat eine Reihe von kostenlosen Unicode-Schriftarten für Biblische Studien zusammengestellt.

Hier gibt es Fonts für polytonisches Griechisch (mit diakritischen Zeichen) und für Hebräisch für Mac und Windows. Wie man diese installiert und verwendet, erfährt man hier.

Auf der Seite des Tyndale House findet man auch die Texte für Altes Testament (Masoretischer Text/Hebräisch und Septuaginta, auch parallel) und das griechische Neue Testament zum Download. Aber Vorsicht: Die Tyndale-House-Ausgabe des Neuen Testaments entspricht nicht der aktuellen wissenschaftlichen Standardausgabe, dem Nestle-Aland, 28. Auflage. Demgegenüber beruht die Ausgabe des Masoretischen Textes auf einer angepassten Ausgabe der Biblia Hebraica Stuttgartensia ((„… based on BHS with typos marked and corrected to Leningrad Codex … Hebrew versification with English differences marked …“)) und die Septuaginta-Ausgabe beruht auf Rahlfs Ausgabe.

Die aktuellen wissenschaftlichen Ausgaben (BHS, Rahlfs-Hanhart, NA28) finden sich auf der Seite der Deutschen Bibelgesellschaft.

Paulus und das Gesetz – Literaturhinweis (for free!)

Paulus und das Gesetz ist ein seit längerem umstrittenes Forschungsthema, in dem sich auch Examenskandidaten auskennen müssen. Ein recht kurzer, dafür aber prägnanter Überblick über die entscheidenden Fragen in dieser Debatte findet sich in dem kleinen Bändchen Paul. Jewish Law and Early Christianity, hrsg. von Margaret Warker Washington, DC: Biblical Archaeology Society, 2012. Dieses kleine Büchlein gibt es kostenlos bei der Biblical Archaeology Society (Link zum Download).

In diesem Bändchen sind drei Aufsätze von John G. Gager, Ben Witherington III und Martin Abegg versammelt, die die aktuell diskutierten Aspekte und Deutungen darstellen.

Den ersten Beitrag liefert John G. Gager – emeritierter William H. Danforth Professor of Religion der Princeton University ist u. a. Autor des Buches Reinventing Paul (Oxford University Press, 2000). Der Titel lautet: Paul’s Contradictions. Can They Be Resolved? (S. 7–15) beleuchtet die widersprüchlichen Aussagen, die Paulus zum Gesetz macht. Seine Lösung besteht darin, dass er Paulus strikt im Rahmen der New Perspective versteht – weil er als Jude über die Heiden in seinen christlichen Gemeinden spricht. In Gagers eigenen Worten:

„‚How could a Jew like Paul say X, Y, Z about the Law,‘ the statement must be regarded as misguided. In all likelihood, Paul is not speaking about the Law and Israel, but rather about the Law and gentile members of the Jesus movement“ (S. 13).

Ben Witherington III – besonders bekannt durch seine Reihe der Socio-rhetoric Commentary – entgegnet Gager in seinem Beitrag Laying Down the Law. A Response to John Gager (S. 16–22), dass Paulus für das Gesetz keine erlösende Kraft mehr hat (wie er es als Pharisäer gesehen hat), weil diese Erlösungskraft im Evangelium besteht, das Paulus bei seinem Damaskusereignis erfahren hat. Witherington schreibt:

„Paul believed it was time to lay down the Law and to take up the gospel, not because no good or grace could be found in the Law, but because the good and grace found in Christ was greater still. Paul the Pharisee had previously viewed salvation history through the lens of the Law, but since Damascus road, he viewed it through the prism of the gospel“ (S. 20).

Damit stehen die zwei Grundlinien der Interpretation des Gesetzes bei Paulus nebeneinander, wobei Witheringtons Ansatz hier zudem an Ed Parish Sanders Formel from solution to plight erinnert: Für Paulus ergibt sich das Ende des Gesetzes dadurch, dass in Christus und im Evangelium das Heil Gottes kommt – und erst daraus ergibt sich das Gesetz als ein Problem.

Martin Abegg – Professor of Religious Studies an der Trinity Western University in Langley, British Columbia, Canada – hat den dritten Beitrag zu diesem kleinen Band beigetragen, der den Titel trägt: Paul, “Works of the Law” and MMT (S. 21–30). Er beschäftigt sich mit der Formulierung ma‘ase haTorah, die sich in 4 QMMT (= Halakhic Letter) findet – einem Brief des Lehrers der Gerechtigkeit, in dem es um Fragen des Kalenders, um Opfer-, Speise- und Reinheitsvorschriften und um die Absonderung der (Qumran-) Gruppe vom übrigen Israel geht, weil dieses die Gebote nicht umfassend hält. (Eine erste Orientierung zu 4 QMMT findet sich hier.) Die betreffende Stelle aus diesem Brief (C 27 = 4Q398 Frg. 14 Kol. II) kann übersetzt werden:

„Und auch wir haben dir einige Vorschriften der Tora geschrieben, die wir für dich und dein Volk für gut erachten“ ((Übersetzung nach H.-W. Kuhn und J. Maier; vgl. hierzu: Udo Schnelle, Paulus. Leben und Denken (De-Gruyter-Lehrbuch), Berlin [u.a.] 2003, S. 306 Anm. 56.))

Abegg fasst zusammen:

„In short, ma‘ase ha-torah is equivalent to what we know in English from Paul’s letters as ‚works of the law‘“ (S. 23).

Unter Angabe verschiedener Belege für ἔργον/ἔργα aus der Septuaginta, Josephus und dem Neuen Testament votierten bereits Martin Hengel und Anna Maria Schwemer, dass dieses Motiv „aus palästinischem Milieu“ stamme ((Martin Hengel und Anna Maria Schwemer, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien. Die unbekannten Jahre des Apostels (WUNT 108), Tübingen 2000, S. 167)).

Eine weitere mögliche Parallele – 4Q174 (= 4Q174Flor) 3,7 – ist allerdings aufgrund des handschriftlichen Befundes auszuschließen: Hier ist wohl nicht „Werke der Tora“ (מעשי התורה/ma‘aseh haTorah), sondern „Werke des Lobpreises“ (מעשי התודה/ma‘aseh haTodah) – also ד/d statt ר/r – zu lesen ((Vgl. Michael Bachmann, Keil oder Mikroskop? Zur jüngeren Diskussion um den Ausdruck „‚Werke‘ des Gesetzes“, in: Michael Bachmann und Johannes Woyke (Hrsg.): Lutherische und neue Paulusperspektive. Beiträge zu einem Schlüsselproblem der gegenwärtigen exegetischen Diskussion (WUNT 182), Tübingen 2005, S. 69–134, hier S. 129f. mit Anm. 258. Bachmann hat sich hierzu schon früher geäußert: Vgl. ders., 4 QMMT und Galaterbrief, מעׂשי התורה und ΕΡΓΑ ΝΟΜΟΥ, in: ZNW 89 (1998), S. 91–113)).

Literatur:

  • Bachmann, Michael: 4 QMMT und Galaterbrief, מעׂשי התורה und ΕΡΓΑ ΝΟΜΟΥ, in: ZNW 89 (1998), S. 91–113.
  • Ders.: Keil oder Mikroskop? Zur jüngeren Diskussion um den Ausdruck „‚Werke‘ des Gesetzes“, in: Michael Bachmann und Johannes Woyke (Hrsg.): Lutherische und neue Paulusperspektive. Beiträge zu einem Schlüsselproblem der gegenwärtigen exegetischen Diskussion (WUNT 182), Tübingen 2005, S. 69–134.
  • Martin Hengel und Anna Maria Schwemer, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien. Die unbekannten Jahre des Apostels (WUNT 108), Tübingen 2000.