Die UNESCO-Beschlussvorlage und die Geschichte Israels

Blick auf den Felsendom auf dem Tempelberg. Bildrechte beim Autor.


Die Beschlussvorlage des UNESCO Executive Board vom 12. Oktober 2016 hat für Aufsehen gesorgt, weil darin jegliche Verbindung Israels zur Geschichte des Tempelberges in Jerusalem geleugnet wird. Das Dokument ist unter diesem Link zu finden, damit jeder sich ein eigenes Bild machen kann. 

Die Behauptungen im Dokument klingen dramatisch: Extremistische Juden stürmten regelmäßig den für Moslems heiligen Bezirk. – Das ist jedoch angesichts des stark reglementierten Zugangs für Juden und der extremen Sicherheitsvorkehrungen gar nicht möglich!

Betende Juden an der Klagemauer. Bildrechte beim Autor.


Das Dokument vermeidet konsequent jüdische Bezeichnungen: Der Western Wall Platz (an dem sich die Klagemauer befindet) wird z. B. nur al-Buraq Place genannt, als gäbe es gar keine Beziehung der Juden zu diesem Platz und zur Klagemauer! Kein Wort hört man vom Tempelberg, stattdessen ist nur die Rede von Al-Aqṣa Mosque/Al-Ḥaram Al-Sharif – ganz so, als habe es nie einen jüdischen Tempel dort gegeben. 

Die Ausgrabungen der Israelischen Altertümerbehörde werden kritisiert, weil man befürchtet, dass dadurch die Moscheen beschädigt werden könnten – dabei ist die der al-Aqsa-Mosche am nächsten gelegene Ausgrabung ca. 60 Meter entfernt. (Zur ersten Information sei hier auf den Wikipedia-Artikel zur al-Aqsa-Moschee verwiesen.)

Die ganze Beschlussvorlage zielt darauf, einen rein moslemischen Anspruch auf den Tempelberg in Jerusalem zu begründen, als habe es keine jüdische Geschichte dort gegeben. Dies ist ganz und gar unhistorisch, und es ist auch unvereinbar mit den eigenen Beteuerungen der UNESCO, dass die Altstadt von Jerusalem und seine Mauern eine heilige Stätte für die drei monotheistischen Religionen ist (s. Punkt 3 der Beschlussvorlage).

Der Western Wall Place und die Klagemauer sind für alle Besucher zugänglich – ganz anders der Tempelberg, bei dem die moslemische Aufsichtsbehörde Waqf den Zugang für Nicht-Moslems und für Juden im Besonderen beschränkt. Bildrechte beim Autor.

Da wir alle nicht vor Ort sind, macht der Bericht eines Ortskundigen einiges klarer: Tuvia Tenenbom, der u. a. für die Zeit schreibt, hat seine Erlebnisse auf dem Tempelberg aufgeschrieben, was manches in ein anderes Licht rückt.

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