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MindMapping als Hilfe zum Lernen, Lehren und Forschen

„Mind Mapping ist für das Zeitalter 
der Raumfahrt und Computer, was 
linear strukturierte Konzepte für das
 mittlere und angehende Industriezeitalter waren.“
Tony Buzan

Das Wissen zu einem bestimmten Fachgebiet lässt sich nicht linear, als Hierarchie von Wissensinhalten, darstellen – denn dabei gehen die Verknüpfungen und gegenseitigen Abhängigkeiten der Wissensinhalte verloren. Andererseits wird Wissen in Büchern und Artikeln wie auch in Vorträgen (auch in Lehrveranstaltungen) linear vermittelt – weil die Medien diese „Eindimensionalität“ vorgeben.

Nebenbei sei bemerkt, dass ich in meiner Dissertation zum Gottesverständnis des Paulus (dort S. 403ff.) u.a. die These vertreten habe, dass sich die Theologie des Paulus nicht angemessen auf eine lineare Weise darstellen lässt, sondern dass man dazu ein mehrdimensionales Medium bräuchte, um die gegenseitigen Abhängigkeiten und Vernetzungen der einzelnen Aspekte des paulinischen Denkens auch nur annähernd modellhaft anzugeben.

Ein Mittel, Wissens- und Gedankeninhalte auf eine nicht-lineare Weise darzustellen, die unserem Denken entgegenkommt, ist das MindMapping: Eine MindMap ist eine „Landkarte“ der Gedanken zu einem Thema oder des Wissens zu einem bestimmten Fachgebiet.

MindMapping eignet sich für Lehrende und Lernende in verschiedenen Szenarien:

  • Forschen
  • Lernen
  • Lehren

Forschen
Vielleicht kennen Sie das auch: Bevor sich ein Blatt – oder in unserer Zeit wohl eher ein Computerbildschirm – füllt, herrscht zunächst ein ungeordnetes Chaos von Gedanken zu einem bestimmten Thema im Kopf. Nicht selten blockiert gerade dies: Wo soll man denn dabei anfangen?
Dabei kann ein MindMap helfen, das Gedanken-Chaos zu strukturieren, um ein Paper, eine Hausarbeit oder einen Aufsatz zu gliedern. Mit der entsprechenden Software, die ich in einem anderen Beitrag vorstelle, kann man aus einem MindMap gleich eine Gliederung generieren.

Lernen
Für Studenten dürfte dagegen das zweite Szenario von vorrangigem Interesse sein: MindMaps können helfen, sich einen Überblick über eine große Stoffmenge zu verschaffen und sind so eine hervorragende Lernhilfe. Dabei kann das gesamte relevante Wissen zu einem Thema in Stichwörtern in der gegenseitigen Abhängigkeit der Wissensinhalte dargestellt werden. Beim Lernen kann man gewissermaßen in das Wissensgebiet „hineinzoomen“, um sich Einzelheiten einzuprägen – diese können dabei gern auch extern, z.B. auf Karteikarten, abgelegt sein. Man kann aber auch mithilfe einer MindMap wieder „herauszoomen“, um so einen Überblick über das gesamte Gebiet zu erhalten.
Ich habe erstmals im Examensrepetitorium im Wintersemester 2010/11 mit MindMaps gearbeitet und halte dieses Verfahren für sinnvoller, als lineare Auflistungen von Wissensinhalten, um z.B. Gliederungen von Examensklausuren, „zu pauken“. Die Studierenden haben diese Methode sehr begrüßt.

Lehren
Auch für Lehrende können MindMaps eine Hilfe sein, z.B. kann man aus einer ungeordneten Menge an Gedanken – ganz wie beim Szenario Forschen – die Struktur einer Lehrveranstaltung oder einer Veranstaltungsreihe (z.B. die Semesterplanung) generieren. Oder aber, mit MindMaps kann man den Stoff eines Vortrags visualisieren und komplexe Zusammenhänge darstellen.

Den Anwendungsmöglichkeiten von MindMaps in Forschung und Lehre und beim Lernen sind kaum Grenzen gesetzt. Dies soll nur eine erste Anregung sein.
In einem anderen Beitrag werde ich Software vorstellen, mit denen An dieser Stelle sollte es um das Grundsätzliche gehen. Wer mehr zum Thema erfahren will, sollte zum Buch des „Erfinders“ der MindMaps greifen, Tony Buzan. Oder aber das Internet bietet bereits eine Reihe von Hilfen, die Ihnen die Technik des MindMapping nahe bringen wollen:

(c) am Bild: Sebastian Staendecke, modern-props / pixelio.de