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Meine Studie zum Gottesverständnis des Paulus

Gott alles in allem

Im Februar 2011 ist meine Dissertation in Buchform in der Reihe Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament als Band 129 erschienen. Sie trägt den Titel: „Gott alles in allem“ (1 Kor 15,28). Studien zum Gottesverständnis des Paulus im 1. Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz.

Ich zitiere hier die Inhaltsangabe auf der Rückseite:

„In diesem Buch stellt der Verfasser dar, wie der Apostel Paulus in seinen Briefen an die Christen in Thessaloniki und Korinth über Gott gedacht und geschrieben hat. Erstaunlicherweise ist diese wichtige Frage selten und kaum so detailliert erörtert worden. Den Fachgelehrten schlägt der Autor in einer Reihe von Einzelfragen neue Lösungen vor. Die Forschungsgeschichte zu den einzelnen Themen wird genau aufbereitet, und wichtige Abschnitte der untersuchten Schreiben werden ausführlich und detailliert ausgelegt.“

Zunächst stelle ich die Forschungsgeschichte zum Thema dar, wie Paulus von Gott spricht und denkt, dann die obligatorischen methodischen Erörterungen (Kapitel I, S. 1-24). Danach werfe ich einen Blick auf die „Traditionselemente und Horizonte für das Gottesverständnis des Paulus“ (Kapitel II, S. 25-30). Daran schließt der Hauptteil an (Kapitel III-V, S. 31-395). Hier stelle ich dar, wie Paulus im Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz von Gott redet. Das Ziel ist, durch die Oberfläche des Textes zum Gottesverständnis des Paulus vorzudringen und die Elemente seiner „Theo-logie“ in ihrem Zusammenhang darzustellen. Ein jeweils das Kapitel abschließender Abschnitt fasst das im jeweiligen Schreiben ausgesprochene oder aber das implizit vorausgesetzte Gottesverständnis dar. Diese Abschnitte sind Beiträge zur Theologie des Paulus im 1. Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz. Die behandelten Stellen sind stets wichtige und häufig erörterte Texte, wie z.B. 1Thess 1,9-10; 2,13-16; 1Kor 1,10–4,21; 8,4-6; 15; 2Kor 4,4-6; 5,14-21; 13,13. Eine zusammenfassende Darstellung der „Konturen des paulinischen Gottesverständnisses“ (Kapitel VI, S. 397-412) schließt den Band ab.

Die Zusammenfassung zeigt, dass Paulus je nach Kommunikationssituation seine Rede von Gott auf bestimmte Aspekte zuspitzt, dass aber dennoch Grundkonstanten seines Gottesverständnisses erkennbar und darstellbar sind. Die Darstellung dieser Grundkonstanten ist ein Beitrag zur Theologie des Paulus.

Fünfzehn zum Teil umfangreiche Exkurse, die auf S. XVI des Inhaltsverzeichnisses aufgelistet sind, vertiefen Aspekte des Haupttextes. Dazu gehören:

  • geschichtliche Erörterungen (z.B. „Ist 1Thess 2,14-16 eine Interpolation?“, S. 151-155; „Die partizipiale Gottesprädikation Gott, der Jesus Christus von den Toten erweckte bei Paulus“, S. 385-387);
  • Wort- und Motivgeschichtliche Studien;
  • Abrisse zu zentralen Themen der paulinischen Theologie (z.B. „Gott als Schöpfer – ein Grundthema der paulinischen Rede von Gott“, S. 184-198; „Zum Verhältnis von Kreuz und Auferweckung Jesu Christi von den Toten im Evangelium des Paulus“ – also die Frage danach, ob Paulus eine Kreuzes- oder eine Herrlichkeitstheologie vertritt –, S. 304-306).

Zu mehreren exegetischen Problemen schlage ich neue Lösungen vor. Dazu gehören:

  • die Übersetzung und Interpretation von 2Kor 3,18 (S. 330-337)
  • die Erklärung des motivgeschichtlichen Hintergrundes von 1Kor 15,24-28, die meines Erachtens nicht aus der jüdischen Apokalyptik abgeleitet werden soll, sondern vor dem Hintergrund zeitgenössischer politischer Praxis verstanden werden muss  (S. 281-290)
  • die Interpretation des paulinischen Motivs der „neuen Schöpfung“ (καινὴ κτίσις), die meines Erachtens nicht die Erneuerung des einzelnen Gläubigen meint, sondern den Neuanfang Gottes mit der Welt, die – wie bei Deuterojesaja – als „neue Schöpfung“ interpretiert wird (S. 349-359).

Das Buch gibt es in allen Buchhandlungen, auch im Internet. Mehr dazu auf der Internetseite des Verlages.