Schlagwort-Archiv: Literatur

Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche

The New issue of ZNW (103,2 [2013]) is out now, with interesting articles on archeology (Wolfgang Zwickel), history (Rainer Metzner, Michael Theobald), linguistic issues (Thomas Daiber, Dieter Zeller) and Paul (John M. G. Barcley, Ryan S. Schellenberg). More information and online access
here.

Literatur zu den Wundern Jesu – das „Wunderkompendium“

Im Jahr 2007 erschien das Kompendium der Gleichnisse Jesu, hrsg. von Ruben Zimmermann (Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus), das die Gleichnisse der synoptischen Tradition und die Bilder im Johannesevangelium auf dem aktuellen Stand der Forschung auslegte. Nun (2013) ist – ebenfalls von Ruben Zimmermann herausgegeben – das Kompendium der frühchristlichen Wundererzählungen 1: Die Wunder Jesu erschienen.

Der Herausgeberkreis berichtet auf seiner Seite ausführlich über die Hintergründe dieses Projektes. Zu den Autoren gehören Fachleute wie Bernd Kollmann, Christian Münch oder Martin Ebner.

Leseproben mit interessanten Exkursen zu Krankheitsbildern, zu Dämonen und zur Magie, mit exemplarischen Auslegungen, einführenden Texten und Parallelen aus apokryphen Evangelien sind ebenso auf dieser Seite zu finden.

Lehrbücher zur neutestamentlichen Exegese (1)

Als einer der ersten hat Wilhelm Egger in seiner Methodenlehre zum Neuen Testament. Einführung in linguistische und historisch-kritische Methoden (Freiburg im Breisgau u.a., 1. Auflage 1987) in einem Lehrbuch dargestellt, wie linguistische Methoden auf die Exegese des Neuen Testaments angewandt werden. Lange war das Buch vergriffen; nun ist es von Peter Wick unter Mitarbeit des Germanisten Dominique Wagner neu bearbeitet worden und 2011 postum als Band der „Grundlagen Theologie“ im Herder-Verlag erschienen.

Die theoretische Grundlegung (Teil 1, S. 43–65) und der 3. Teil zur synchronen Analyse (S. 106–219) wurden dem aktuellen Forschungsstand der Linguistik entsprechend völlig überarbeitet; auch sonst ist das Buch den aktuellen Erkenntnissen entsprechend angepasst und stets neue Literatur angegeben worden.

Die verschiedenen Text- und Kommunikationsmodelle Eggers wurden in ein Modell überführt, das die Sinnkonstruktion als Beziehungsgeschehen im Dreieck zwischen Sender, Botschaft und Empfänger versteht.

Hiermit liegt endlich ein Klassiker der linguistischen Exegese neutestamentlicher Texte in einer aktualisierten Fassung vor – ein Lehrbuch, dem gewünscht werden darf, dass es verstärkt in Proseminaren und Einführungen in die Exegese des Neuen Testaments seine Wirkung entfalten kann,

Meine Studie zum Gottesverständnis des Paulus

Gott alles in allem

Im Februar 2011 ist meine Dissertation in Buchform in der Reihe Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament als Band 129 erschienen. Sie trägt den Titel: „Gott alles in allem“ (1 Kor 15,28). Studien zum Gottesverständnis des Paulus im 1. Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz.

Ich zitiere hier die Inhaltsangabe auf der Rückseite:

„In diesem Buch stellt der Verfasser dar, wie der Apostel Paulus in seinen Briefen an die Christen in Thessaloniki und Korinth über Gott gedacht und geschrieben hat. Erstaunlicherweise ist diese wichtige Frage selten und kaum so detailliert erörtert worden. Den Fachgelehrten schlägt der Autor in einer Reihe von Einzelfragen neue Lösungen vor. Die Forschungsgeschichte zu den einzelnen Themen wird genau aufbereitet, und wichtige Abschnitte der untersuchten Schreiben werden ausführlich und detailliert ausgelegt.“

Zunächst stelle ich die Forschungsgeschichte zum Thema dar, wie Paulus von Gott spricht und denkt, dann die obligatorischen methodischen Erörterungen (Kapitel I, S. 1-24). Danach werfe ich einen Blick auf die „Traditionselemente und Horizonte für das Gottesverständnis des Paulus“ (Kapitel II, S. 25-30). Daran schließt der Hauptteil an (Kapitel III-V, S. 31-395). Hier stelle ich dar, wie Paulus im Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz von Gott redet. Das Ziel ist, durch die Oberfläche des Textes zum Gottesverständnis des Paulus vorzudringen und die Elemente seiner „Theo-logie“ in ihrem Zusammenhang darzustellen. Ein jeweils das Kapitel abschließender Abschnitt fasst das im jeweiligen Schreiben ausgesprochene oder aber das implizit vorausgesetzte Gottesverständnis dar. Diese Abschnitte sind Beiträge zur Theologie des Paulus im 1. Thessalonicherbrief und in der korinthischen Korrespondenz. Die behandelten Stellen sind stets wichtige und häufig erörterte Texte, wie z.B. 1Thess 1,9-10; 2,13-16; 1Kor 1,10–4,21; 8,4-6; 15; 2Kor 4,4-6; 5,14-21; 13,13. Eine zusammenfassende Darstellung der „Konturen des paulinischen Gottesverständnisses“ (Kapitel VI, S. 397-412) schließt den Band ab.

Die Zusammenfassung zeigt, dass Paulus je nach Kommunikationssituation seine Rede von Gott auf bestimmte Aspekte zuspitzt, dass aber dennoch Grundkonstanten seines Gottesverständnisses erkennbar und darstellbar sind. Die Darstellung dieser Grundkonstanten ist ein Beitrag zur Theologie des Paulus.

Fünfzehn zum Teil umfangreiche Exkurse, die auf S. XVI des Inhaltsverzeichnisses aufgelistet sind, vertiefen Aspekte des Haupttextes. Dazu gehören:

  • geschichtliche Erörterungen (z.B. „Ist 1Thess 2,14-16 eine Interpolation?“, S. 151-155; „Die partizipiale Gottesprädikation Gott, der Jesus Christus von den Toten erweckte bei Paulus“, S. 385-387);
  • Wort- und Motivgeschichtliche Studien;
  • Abrisse zu zentralen Themen der paulinischen Theologie (z.B. „Gott als Schöpfer – ein Grundthema der paulinischen Rede von Gott“, S. 184-198; „Zum Verhältnis von Kreuz und Auferweckung Jesu Christi von den Toten im Evangelium des Paulus“ – also die Frage danach, ob Paulus eine Kreuzes- oder eine Herrlichkeitstheologie vertritt –, S. 304-306).

Zu mehreren exegetischen Problemen schlage ich neue Lösungen vor. Dazu gehören:

  • die Übersetzung und Interpretation von 2Kor 3,18 (S. 330-337)
  • die Erklärung des motivgeschichtlichen Hintergrundes von 1Kor 15,24-28, die meines Erachtens nicht aus der jüdischen Apokalyptik abgeleitet werden soll, sondern vor dem Hintergrund zeitgenössischer politischer Praxis verstanden werden muss  (S. 281-290)
  • die Interpretation des paulinischen Motivs der „neuen Schöpfung“ (καινὴ κτίσις), die meines Erachtens nicht die Erneuerung des einzelnen Gläubigen meint, sondern den Neuanfang Gottes mit der Welt, die – wie bei Deuterojesaja – als „neue Schöpfung“ interpretiert wird (S. 349-359).

Das Buch gibt es in allen Buchhandlungen, auch im Internet. Mehr dazu auf der Internetseite des Verlages.